Solide Ausbildung trotz Corona


Christian Grow und seine Auszubildenden.

Die Corona-Krise führte für so manchen Auszubildenden zur unerwarteten Kündigung. Während es für die einen beruflich nicht mehr weiterging, profitierten andere vom Einfallsreichtum ihrer Arbeitgeber. Catering Management hat mit Christian Grow, Gebietsleiter Berlin Event bei L&D, über deren Handhabung der Ausbildung während des Shutdowns gesprochen.

Herr Grow, inwiefern waren Ihre Auszubildenden beruflich von Corona betroffen? Was waren die gravierendsten Konsequenzen?
Unsere Azubis hatten das Glück, dass sie keine gravierenden Einschnitte hinnehmen mussten. Wir haben aus den Betrieben, in denen Kurzarbeit eingeführt wurde, alle Azubis herausgenommen und in solche eingeplant, die noch eine hohe Auslastung hatten – also systemrelevante Betriebe. Dort haben sie dann mit dem Küchenmeister und dem bestehendem Team vor Ort weitergearbeitet.
Die Küchenmeister haben sich viel Zeit genommen, es wurden vorab Konzepte ausgearbeitet, Arbeitsblätter und Handouts erstellt. Während dem Shutdown war es auch mal unabhängig vom Tagesgeschäft möglich, gezielt Ausbildungsschwerpunkte zu betrachten, die sonst vielleicht einen kleineren Raum einnehmen. Das hat den Azubis gefallen. Auch von Seiten der Berufsschule wurden teilweise Webinare angeboten. Daran konnten die Auszubildenden an PCs im Betrieb teilnehmen, sodass sie mit dem Unterricht nicht alleine zuhause saßen, sondern zumindest vor Ort eine unterrichtsähnliche Situation erfahren haben. Auf diese Weise war es möglich Fragen und Aufgaben gemeinsam mit dem Kommilitonen zu bearbeiten. Auch ein Fachkollege aus dem Betrieb war in diesen Situationen immer dabei.

Christian-Grow, Gebietsleiter-Berlin-Event-bei-L&D

Wie sieht denn ein Beispiel aus dem Unterricht fernab vom Alltagsgeschäft aus?
L&D selbst hat thematische Workshops veranstaltet. In einem Betrieb haben wir zum Beispiel das Thema “Eingemachtes, Eingewecktes” behandelt. Dieser Bereich war schon lange kein großes Thema mehr in unseren Ausbildungen. Für die breite Gastronomie ist das bei Normalbetrieb sonst auch zu zeitintensiv. Mit “Learning-by-doing” haben wir gemeinsam eingeweckt und diese Technik den Azubis beigebracht. Die Produkte nutzen wir nun in unserem eigenen Betrieben und verkaufen sie dort. Auch Servicekunde konnte zum Beispiel intensiver behandelt werden. Getränkekunde spielte eine Rolle. Unsere Kollegen waren sehr kreativ und haben sich gezielt auf Workshops vorbereitet. Wir waren froh, dass sich uns durch die Möglichkeit der Umverteilung innerhalb von L&D, die Chance geboten hat, den Azubis diese Art Schulung zukommen zu lassen. Das hat auch nicht jedes Unternehmen.

Um den restlichen Artikel zu lesen, müssen Sie sich bitte einloggen oder Mitglied werden.

Unsere Empfehlung